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Boeing 777: Zuliefererstreit legt Frachterproduktion lahm
Die Produktion der Boeing 777 Frachter steht wegen eines Streits um wichtige Flügelbauteile still. Obwohl Boeing und der US-Zulieferer Vaero Ende September eine rechtliche Einigung erzielt haben, ist ein Termin für den Wiederanlauf der 777F-Montage noch nicht bekannt. Wir zeigen, welche Bauteile fehlen und welche Flugzeugreihen betroffen sind.
Vaero ist einziger Lieferant wichtiger Flügelbauteile
Im Mittelpunkt des Boeing Zuliefererstreits steht Vaero aus Jacksonville in Florida. Das Unternehmen liefert sogenannte Trailing-Edge Rib Kits. Dabei handelt es sich um Bausätze für die Endleisten-Rippen der Tragflächen. Nach Angaben von Boeing ist Vaero weltweit der einzige Lieferant dieser unentbehrlichen Komponenten.
Boeing reichte im August Klage gegen den Zulieferer ein. Der Flugzeughersteller warf Vaero vor, die Auslieferung der Flügelteile als Druckmittel zurückzuhalten. Dieser Vorwurf ist Teil des Rechtsstreits. Ende September verständigten sich die beiden Unternehmen auf eine Einigung.
777F-Montage bleibt trotz Einigung gestoppt
Die Einigung hat bislang keinen Neustart der Produktion des Boeing-777-Frachters ermöglicht. Die Montage der 777F steht weiterhin still. Mindestens zwei teilweise montierte Flugzeuge mussten von der Endmontagelinie in Everett entfernt werden.
Wie Reuters berichtet, betrifft der Engpass nicht nur die 777F. Auch die Fertigung des Boeing-767-Frachters wurde ausgebremst, weil dieser für das betreffende Flügelbauteil denselben Zulieferer nutzt. Für die 767-Linie sind seit der Einigung bereits wieder erste Komponenten eingetroffen. Daraus lässt sich jedoch kein Termin für einen Wiederanlauf der 777F ableiten.
777X nicht betroffen, eigene Fertigung geplant
Bei der Boeing 777 ist die Unterscheidung zwischen den Varianten wichtig: Die neue Generation 777X einschließlich der 777-8F ist von diesem Streit nicht betroffen. Sie besitzt eine anders konstruierte Tragfläche aus Verbundwerkstoffen.
Der Boeing Produktionsstopp verursacht nach Darstellung des Herstellers erhebliche Kosten. In Gerichtsunterlagen bezifferte Boeing die Belastung durch den Stillstand auf bis zu 6,5 Millionen US-Dollar pro Tag.
Berichten zufolge arbeitet Boeing daran, die betroffenen Flügelkomponenten künftig selbst herzustellen. Für die 777F bleibt damit vorerst offen, wann die Produktion wieder beginnt.